Die heilige Barbara gehört zu den liebenswürdigsten und tapfersten Heiligengestalten der frühen Kirche. Durch vielerlei Geschichten und Legenden und durch die große Verehrung, die Barbara über Jahrhunderte genoss, hat sei einen festen Platz im Herzen der Gläubigen erhalten.

Über ihr Leben wird folgendes berichtet:
Barbara lebte im 3. Jahrhundert in Nikomedien (Kleinasien, in der Nähe von Istambul). Ihr Vater Dioskuros war Heide. Als er erfuhr, dass Barbara Christin geworden war, drängte er sie, sich von Christus abzuwenden. Da alles nicht half, sperrte er sie in einen Turm. Als Kaiser Maximinus Daja begann, die Christen zu verfolgen, verriet Dioskuros Barbara, Barbara wurde vor Gericht  gestellt und aufgefordert, den römischen Göttern zu opfern. Doch Barbara ist Christus treu geblieben. Dafür musste sie sterben. Man erzählt, dass ihr eigener Vater dem Henker das Schwert aus der Hand genommen und Barbara getötet hat. Schon in ganz früher Zeit wurde Barbara in Nikomedien als Märtyrin verehrt. Später breitete sich diese Verehrung auf das ganze Abendland aus. Sie ist die Schutzpatronin der Bergleute.

So wird sie dargestellt:
Als vornehmes Mädchen mit Kelch und Hostie (ein Engel brachte ihr die Hl. Kommunion in den Kerker). Mit Schwert (weil sie damit enthauptet worden ist). Mit einem Turm, der drei Fenster hat (weil sie dort gefangen gehalten wurde und die drei Fenster sie an den DREIfaltigen Gott erinnerten).

Brauchtum zum Fest der heiligen Barbara (4. Dezember):
Am Barbaratag erhielten die Knappen (z.B. in Salzburg) das Barbarabrot. Das Anzünden des Barbaralichtes schütz vor Unfällen und Tod im Bergwerk. Noch heute werden am Barbaratag Kirschzweige (auch Apfel- oder Birnbaumzweige) in der Wohnung ins Wasser gestellt, damit sie zu Weihnachten blühen. Mancherorts werden Zettel mit Namen an die Zweige gehängt. Wessen Zweig zuerst blüht, soll Glück im neuen Jahr haben.

Man erzählt …
dass auf dem Weg ins Gefängnis ein Kirschzweig sich in Barbaras Kleid verfangen hatte. Sie brach ihn ab und stellte ihn in einen Krug mit Wasser. Knospen trieben hervor und eines Tages sprangen sie auf. Zarte weiße Blüten öffneten sich mitten im Winter. „Du schienst wie tot“, sagte Barbara zu dem Zweig, „aber aus dem toten Holz ist neues Leben entsprungen. – Ich glaube, so wird es auch mit mir sein. Wenn sie mich töten, dann wird mein Tod das Tor zu einem neuen Leben sein.“ Die Blüten am Zweig sind zu einem Hoffnungszeichen geworden – für Barbara und für alle Menschen. Durch Jesus, den Sohn Gottes, der in Bethlehem geboren wurde, erfüllt sich diese Hoffnung auch für uns. Deshalb schneiden wir am 4. Dezember winterharte Zweige, stellen sie in die Vase und hoffen, dass sie zu Weihnachten blühen.