einsiedelei_250Die Einsiedelei in Saalfelden ist eine der wenigen in Mitteleuropa, die noch von Eremiten bewohnt wird. Aktuell gibt es keinen Bewohner in der Klause am Palfen. Das soll sich bald ändern. Pfarrer und Bürgermeister sind auf der Suche nach einem neuen Einsiedler.

Die Einsiedelei im Pinzgauer Zentralort Saalfelden steht seit vergangenem Herbst leer. Der Wiener Pfarrer und Psychotherapeut Thomas Fieglmüller ist nach einem Jahr als Einsiedler wieder in sein bürgerliches Leben zurückgekehrt. Zuvor wurde die in den Fels gebaute Klause über dem Talbecken von Saalfelden 12 Jahre lang vom Benediktinermönch Raimund von der Thannen bewohnt. Nun ist die Stadt am Fuße des Steinernen Meeres auf der Suche nach einem neuen Einsiedler.

Vor mehr als 350 Jahren ließ sich der erste Einsiedler bei der natürlichen Felshöhle oberhalb von
Schloss Lichtenberg in Saalfelden nieder. Dort wird seit dem 16. Jahrhundert das Bildnis des
Heiligen Georgs, dem Schutzpatron der Tiere, verehrt. Im 17. Jahrhundert wurde die Höhle zu einer
Kapelle ausgebaut. Als Unterkunft errichtete der damalige Einsiedler Thomas Pichler eine Klause im
Fels. Auch heute leben die Einsiedler von Saalfelden noch in dieser Klause. Ohne Strom und ohne
fließendes Wasser. Aber mit viel Zeit zum Gebet und zur inneren Einkehr.

Kein einsames Leben

Eine klassische Stellenbeschreibung gibt es für einen Einsiedler nicht. Auch Ausbildung und
berufliche Erfahrungen sind zweitrangig. Aber es gibt sehr wohl wichtige „Jobkriterien“. Vor allem
muss den Bewerbern klar sein, dass der Einsiedler in Saalfelden kein einsames Leben führt. Es
kommen sehr viele Einheimische und Gäste auf die Einsiedelei, um die Aussicht zu genießen, zu
beten und zu reden. Die Menschen aus dem Tal kommen zum Einsiedler und erzählen ihm, was sie
bewegt und bedrückt.

Dechant Alois Moser, der gemeinsam mit Saalfeldens Bürgermeister Erich Rohrmoser einen neuen
Einsiedler auswählen wird, erklärt, welche persönlichen Eigenschaften der neue Bewohner der Klause
mitbringen sollte: „Der Einsiedler sollte eine Verbindung zum christlichen Glauben haben. Wir suchen
einen in sich ruhenden Menschen, der bereit ist zum Gespräch. Er soll sich nicht aufdrängen. Aber er
soll da sein für die Pilger.“ Das Leben auf der Einsiedelei ist karg und einfach. Wer ohne Fernsehen,
Computer und Zentralheizung nicht auskommt, für den ist die Klause am Fuße des Steinern Meeres
nicht die richtige Behausung.

Bewerbungen bis 15. März 2017

Die „Saison“ für den Einsiedler dauert von April bis November. Während der Wintermonate ist die
Klause nicht bewohnbar. Der neue Einsiedler von Saalfelden soll Mitte April bei der traditionellen
Georgifeier sein Amt antreten. Die Bewerbungsfrist läuft bis 15. März 2017. Die Bewerbung sollte ein
Bewerbungsschreiben sowie einen Lebenslauf und ein aktuelles Foto enthalten. „Für uns ist es
wichtig, dass die Beweggründe für die Bewerbung klar ersichtlich sind“, fügt Dechant Alois Moser
hinzu. Und die Bewerbung sollte „offline“ erfolgen, also per Post.

Kontakt für Bewerber:

Pfarramt Saalfelden
zH Herrn Dechant Alois Moser
Lofererstraße 11
5760 Saalfelden

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