” Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen”

DSCN9755Der Weltgebetstag konzentrierte sich heuer auf Frankreich, einem Land mitten in Europa, zu welchem uns vieles einfällt: Ehemalige Kolonialmacht, Frauenquote, Laizität, Frankophonie… Viele Frauen stammen aus anderen Ländern. Manche fühlen sich integriert, andere jedoch auch nicht willkommen. Auf diesem Thema aufbauend haben Frauen die Liturgie vorbereitet.

Fremd zu sein in einem Land oder in einer Stadt, dies kennen auch Frauen bei uns in Saalfelden und einige Frauen erzählten, wie es ihnen als Fremde hier ergangen ist.

 

DSCN9751So erzählte uns Eivor aus Schweden, dass sie die ersten Monate gut aufgenommen wurde. Solange die Saison dauerte wurde sie beim Einkaufen sehr zuvorkommend  bedient. Jedoch in der Zwischensaison begegnete man ihr ihres Akzents wegen  mit Distanz, fragte sie sogar, woher sie komme, aus Jugoslawien vielleicht? Sie machte die Erfahrung, dass einige Österreicher Fremden gegenüber sehr differenziell begegnen, es kommt ganz darauf an, aus welchem Land man kommt. Heute fühlt sie sich hier in Saalfelden zu Hause, ist in der evangelischen Kirche gut integriert und wirkt in ihrer Funktion organisatorisch und leitend mit.

 

DSCN9753Dubravka aus Jugoslavien fühlte sich anfangs auch fremd. Erleichtert wurde das Ankommen durch die Begegnung mit anderen Frauen und deren Kindern in ihrer Siedlung. Eine neue Heimat hat sie vor allem auch in der Kirche gefunden, nicht nur beruflich (sie ist seit Jahren unsere Mesnerin :-) ) sondern vor allem als Mensch. Sie findet es als sehr wichtig, als Fremde aktiv auf andere zuzugehen und gerade in der ”Kirche” sind wir alle gleich, wir sind Getaufte im Namen Jesu. Da macht es keinen Unterschied, wo ich zu Hause bin – Gott, und mit ihm die Kirche, ist überall.

 

Ich, Roswitha bin eine der vielen “Zuagroasten” hier in Saalfelden und der Liebe wegen hier her gekommen. Auch ich habe in der Kirche sofort Anschluss gefunden und fühlte mich von der ersten Minute an willkommen. Ich fühle mich heute dann als “Fremde”, wenn es um Verwandtschaftsverhältnisse der Saalfeldner Bevölkerung geht, wer mit wem verwandt, verschwägert oder sonst wie zusammen gehört. Da merke ich, dass ich eben nicht hier aufgewachsen bin. Dies wird für mich vermehrt bei Begräbnissen sichtbar.

DSCN9750Das Vorbereitungsteam, Frauen der evangelischen und katholischen Kriche, freute sich mit rund 30 Frauen und zwei Männern, eine lebendige  Liturgie zu feiern.

Danke dem Lenzinger Frauenchor  für die musikalische Begleitung, danke Ursula und Wiltraut für die Vorbereitungsarbeiten und danke all jenen, die mit ihren süßen und sauren Köstlichkeiten das gemütliche Beisammensein kulinarisch ergänzten.

Roswitha Hörl-Gaßner (Leiterin der kfb-Saalfelden)