Aktueller Fortschritt

Seit der letzten Ankündigung vom Herbst 2017 hat sich Entscheidendes getan. Über den Sommer hinweg haben uns die eingeladenen Orgelbauer besucht und sich ein Bild von der jetztigen Situation gemacht. Insgesamt sechs Angebote wurden dann von verschiedenen renomierten Orgelbaufirmen eingereicht. Zusammen mit Herrn Dr. Pelster wurden diesselben auf Herz und Nieren geprüft und verglichen. Verschiedene Orgeln außerhalb des Pinzgaus wurden unter die Lupe genommen und bespielt. Noch im Herbst folgten Abordnungen des Pfarrgemeinderates, des Pfarrkirchenrates und der Gemeindevertretung unserer Einladung um einen praktischen Vergleich zwischen unserer bestehenden Orgel und der neuen Orgel in Maishofen zu bekommen. Dieser war so offensichtlich, dass in diesen Gremien ein breiter Konsens bestand diese Herausforderung in Angriff zu nehmen. Eine kleine Abordnung reiste schließlich im November nach Stuttgart um dort eine kleine aber handwerklich hervorragende Orgelbauwerkstatt zu besuchen. Zwei Orgeln, die unserer Zukünftigen sehr ähnlich sind. konnte ich bespielen. Die Begeisterung für diese handwerklich und klanglich herausragenden Instrumente war geweckt. Folglich fiel die Wahl auf die Firma Trefz aus Stuttgart, deren Angebot sich als das Beste herausstellte.

Die Orgel wird voraussichtlich 29 Register auf zwei Manuale und ein Pedal haben. Damit wird sie etwas größer als bisher sein. Für alle, die sich an den bisherigen Anblick schon gewöhnt haben, von außen wird sich nichts Wesentliches ändern: Das Gehäuse der Orgel steht auch weiterhin unter Denkmalschutz. Der Klang wird sich dafür aber umso mehr ändern! Das „Klappern“ der Mechanik bei leisen Stücken wird endlich Geschichte sein, kein Hängenbleiben mehr von Tasten, kein Orgelstimmen mehr unter Lebensgefahr!

Bereits bei der Ausschreibung, die in engster Zusammenarbeit mit der Orgelkommision erfolgte, wurde das Augenmerk darauf gelegt, welche Anforderungen unsere zukünftige Orgel erfüllen muss. In aller erster Linie dient sie der Liturgie. Über das Jahr gesehen ist unsere Orgel cirka 140 Mal bei verschiedenen liturgischen Feiern im Einsatz. Zuallererst sind die „normalen“ Sonntagsmessen im Jahreskreis zu nennen, dann Hochfeste wie Weihnachten und Ostern, aber auch zu Fronleichnam und Erntedank wird sie zu hören sein. Auch die eine oder andere Taufe, Hochzeit oder auch Beerdigung gehört in dieses Aufgabenfeld. Die Größe der Orgel ist genau darauf ausgerichtet: Leises Spiel für Meditation oder Kommunion wird durch mehrere Flötenregister problemlos möglich sein, aber auch der festliche Glanz von Ostern wird erstmals mit Trompeten- und Posaunenregistern unterstrichen werden können. Für Vorspiele aller Art stehen jetzt deutlich mehr Klangfarben zur Verfügung als bisher, das Forte des Gemeindegesanges kann durch etwas mehr Auswahl besser abgestimmt werden. Außerdem steht dem Organisten auch in der letzten Strophe von „Großer Gott“ noch eine Möglichkeit zur Verfügung um das Beste aus den Stimmen der Gemeinde herauszuholen.

Die zweite Anforderung ist das Spiel von Orgelmusik im Allgemeinen: Schon von Anfang an war klar, dass hier deutliche Abstriche vorzunehmen sind. Um Musik aller Jahrhunderte perfekt vortragen zu können, wird eine Orgel dieser Größe nicht ausreichen. Trotzdem ist es zusammen mit der Orgelkommision gelungen einen breiten Bogen zu spannen. Im Hauptwerk werden barocke Meister wie Bach oder Buxtehude interpretierbar sein. Dem gegenüber steht ein Schwellwerk, das deutlich romantische Tendenzen erkennen lässt. Somit kann auch der eine oder andere Romantiker wie Karg-Elert oder Widor erklingen.

Außerdem werden alle beweglichen Teile voll mechanisch aktivierbar sein. Keine Elektronik, kein technischer „Schnick-Schnack“. Das mindert den Preis und damit soll eine möglichst lange Lebensdauer gewährleistet sein, und auch eine Instandsetzung in vielen Jahrzehnten noch möglich sein.

Zu guter Letzt wird auch eine Chor- und Orchesterbegleitung mit der neuen Orgel bis auf wenige Ausnahmen auf der Empore möglich sein. Um den bereits begrenzt vorhandenen Platz etwas zu vergrößern, ist ein Umbau der Empore notwendig, finanzielle Mittel dafür sind bereits vorgesehen. Leider kann nur mit dieser Maßnahme sichergestellt werden, dass sich auch die nächsten Generationen am Klang einer Orgel in Saalfelden erfreuen können.

Auch ein vorläufiger Fahrplan für den Orgelneubau wurde bereits in Grundzügen ausgearbeitet. Im Herbst 2020 wird die Firma Trefz mit dem Bau unserer Orgel beginnen. Dafür ist ein Abbau der alten Orgel notwendig. Wir werden dann innerhalb eines Jahres zuschauen können wie das neue Werk entsteht. Der Aufbau in der Kirche wird dann im Spätsommer und Herbst 2021 stattfinden.

Auch ein Finanzierungplan wurde durch das Orgelkomitee ausgearbeitet. Durch die Unterstützung der Stadtgemeinde Saalfelden und der Pfarre Saalfelden sind ein Teil der Kosten bereits abgedeckt. Trotzdem soll es ein Projekt aller Saalfeldnerinnen und Saalfeldner werden. Deshalb ist uns Ihre Unterstützung besonders wichtig! Jeder kann seinen Beitrag leisten! Durch den Erwerb einer Orgelflötenpatenschaft kann jeder ein Teil der neuen Orgel werden!

Jede noch so kleine Spende hilft uns dem großen Ziel näher zu kommen!

Dr. Markus Bergleitner im Namen des Orgelkomitees