Rituale rund um die Geburt aus aller Welt

war unser Thema am 19. Jänner 2013, wozu 20 Frauen sich allerhand zu erzählen wussten. 

Foto (c) G.Dürnberger

Ob der Storch vor dem Haus, das „Herzlich Willkommen“ Schild am Eingang oder das Segnen des Kindes – Willkommensgrüße für das Neugeborene kennen wir alle. Wir staunten nicht schlecht, welche Rituale rund um den Globus weitergegeben werden und dass es da und dort Ähnlichkeiten gibt. Wusstet ihr dass, 

  • in Brasilien GELB  die Glücksfarbe ist und Neugeborene in gelben Stramplern aus dem Krankenhaus entlassen werden,
  • in Italien und Spanien Neugeborene  rote Glückshemden bekommen, welche die Patentante oder die Schwiegermutter aussuchen darf,
  • in Frankreich Neugeborene Zuckermandeln bekommen – Mädchen rosarote, Buben hellblaue
  •  in Japan Neugeborene am 10. Tag in die Gemeinschaft aufgenommen werden und im Shinto-Tempel gesegnet werden, im kleinsten Familienkreis, die Oma das Enkerl im weißen Kimono tragen darf,
  •  in Togo Neugeborene das Zuhause zum ersten Mal nach 7 Tagen verlassen, man schüttet mit Kalebasse Wasser mit verschiedensten   Kräutern über das Dach. Wenn das Wasser heruntertropft, trägt man das Kind durch den Guss, um es auf die Eventualitäten des Lebens vorzubereiten.
  •  in Brasilien Kayapo-Mütter mit ihrem Mund das Kind „duschen“ . So wärmen sie das Wasser und stellen gleichzeitig eine Verbindung zu ihrem Kind her.
  •  in Indien  Ohrringe vor Krankheit und schlechten Einflüssen schützen sollen. Das Ohrlochstechen ist ein feierliches Ritual. Der Ohrring wird meist vom Onkel mütterlicherseits geschenkt.
  • bei den Aboriginies, manchen afrikanischen Regionen und in  Indien ein Rauchbad vor Geistern und Krankheiten schützen soll. Das Kind wird über das Feuer gehalten, dem Harz und Weihrauch beigefügt ist.
  • in Namibia das Kind mit roter Farbe eingestrichen wird um es einerseits vor der Sonne oder Insekten zu schützen und andererseits hat es aber auch eine symbolische Bedeutung: Rot steht für Mitte des Lebens; die Neugeborenen sind so in die Welt der Lebenden aufgenommen.
  •  im Kamerun die Plazenta auf der Türschwelle der mütterlichen Küche verbrannt wird und zusammen mit der abgefallenen Nabelschnur im Garten vergraben wird. Dies schützt vor Unbill und ein Teil des Kindes soll immer zu Hause bleiben, auch wenn es schon erwachsen ist.
  • in Tibel die Fontanelle mit Ruß und Butter bestrichen wird, damit sie geschützt ist.
  • in Neuginea die Fontanelle mit Erde bestrichen wird, damit sie geschützt ist.
  • in Afghanistan in den ersten 40 Tagen das Kind ein besticktes Band um den Kopf trägt. Damit sollen sie eine große Stirn bekommen. Dies steht in einigen Ländern für Würde und Intelligenz.
  • in Algerien das erste Hemdchen des Kindes nicht gewaschen wird,  sondern in Kopfkissen eingenäht wird. Der Schmutz soll es vor bösen Geistern schützen.
  • in Zentralafrika ein Heiler aus Kleiderfasern der Eltern eine dünne Schnur flechtet,  die das Neugeborene um sein Handgelenk trägt
  • in China Eltern Stoffstücke von wohlhabenden Familien sammeln. Aus diesen wird ein Kleidungsstück für das Neugeborene  genäht.
  • in Jemen Kinder Bänder bekommen, die eng um den Arm liegen. Diese sollen verhindern, dass böse Geister das Herz des Kindes erobern.Taufe
  • in Österreich beim Weisen Familienangehörige, Freunde und Nachbarn Geschenke für das Neugeborene mitbringen oder für das Neugeborene ein Lebensbaum gepflanzt wird, oder das Kind nach ein paar Wochen durch die Taufe in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird. Dies ist ein Familienfest. Dass die Plazenta im Garten vergraben und darauf ein Baum gepflanzt wird, war in manchen Regionen Österreichs üblich. Dies ist heute jedoch verboten.

Auf jeden Fall spannend und interessant, vor allem wenn man die Informationen so dirket austauschen kann. Und wenn eine Hebamme von ihrem Tun und ihren Erfahrungen erzählt, werden sogar jahrzehnte zurückliegende Geburten neu erlebt und sogar “aufgearbeitet” Ja, durchs Reden kommen die Leute zusammen. Danke allen für´s Kommen, Mitwirken und Mithelfen. Danke für die mitgebrachten Kuchen, Tee´s und anderen Köstlichkeiten – Danke an Feinkost Finstermann für das gesponserte Frühstück.

Ein buntes Miteinander – einfach bereichernd. 

Vormerken: 25. Mai, 9.00 -11.00 Uhr, ausnahmsweise in der HS Markt!

Roswitha Hörl-Gaßner, Leiterin kfb-Saalfelden