Welche Wurzeln tragen uns persönlich? Wo bekomme ich Nahrung her und Festigkeit für mein Leben? Was gibt mir Kraft? Welche Wurzeln tragen das Leben der Pfarre?

Diese Fragen beschäftigten uns Mitglieder des Pfarrgemeinderates bei der Klausur am 17. und 18. Jänner 2015 im Stift Michaelbeuern. Pfr. Hans Steinwender gab uns zuvor Impulse zum Bild von den Wurzeln, dem Verhältnis zu Stamm und Baumkrone, dem Eingepflanzt-Sein in eine bestimmte Umgebung und der Erkenntnis, die uns Paulus (mit Bezug zu unseren jüdischen Glaubens-Eltern) im Römerbrief mitgibt: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.

Als einen wichtigen Wurzelstrang unserer christlichen Existenz zeigte er den Sonntag auf: Der Gedächtnistag der Auferstehung, der Tag des Herrn – er ist der Herr der Tage. Pfr. Hans gab Gedanken weiter, wie der Sonntag in seiner Bedeutung erhalten oder gestärkt werden kann: z. B. durch die Besinnung auf das Geschenkhafte (die Woche beginnt mit der Ruhe, mit dem Kräfte-Sammeln – diese sind nicht so sehr “Belohnung” nach sechs Arbeitstagen), oder durch das Beachten des positiven Charakters, der Ja-Atmosphäre: ein Tag ohne Zwang, ohne Kritik, ohne Hektik soll er sein.

Aus den Wurzeln leben, heißt auch, dem Wachsen und der Erneuerung Platz zu geben. Eine bewusstere Feier der Liturgie etwa könnte durch die eine oder andere kleine Änderung gefördert werden.

Das Wochenende bot auch Gelegenheit, Aktuelles zu besprechen und die Situation in der Pfarre zu reflektieren. Vor allem die Lage von Flüchtlingen und Migranten bewegte die Runde; anerkennend wurde bedacht, was an Initiativen und Engagement geleistet wird, wovon vieles im Verborgenen geschieht.

Das gastliche Ambiente des Bildungshauses, die Offenheit der Runde und die Gedanken von Pfr. Hans (er erschloss uns auch mehrere neue Lieder aus dem Gotteslob!) ließen das Wochenende zu einem gelungenen Ereignis werden.

Abschluss und Höhepunkt war die sonntägliche Eucharistiefeier, in der wir das Eingewurzelt-Sein in den lebendigen Gott feierten und die Anliegen der Pfarre vor ihn brachten.

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