Emanzipiert euch weiter, ihr Frauen und Männer!

Zu diesem Ergebnis kamen  jene 18 Frauen und Männer, die sich am 7. Mai 2015 am Gesprächsabend der kfb und KMB im Pfarrsaal in Saalfelden  rege beteiligten.

Roswitha Hörl-Gaßner zeigte in ihrem Input über die “befreite Frau” die geschichtliche Entwicklung der Frauenbewegung auf. Diese  verlief in einigen  Wellen. Die Frauenrechtlerinnen Anfang des 20. Jhdt. erkämpften allgemeine Frauenrechte wie Wahlrecht, Recht auf Bildung, einen freien Zugang zu Universitäten und Recht auf Erwerbstätigkeit. Die neue Frauenbewegung, welche Ende der 60er Jahre begann, führte z.B. zu einem steigenden Körperbewusstsein, einem offeneren Verhältnis zu Sexualität,  Strafbarkeit von Vergewaltigung, Gleichstellungsgesetz und  eines Frauenministeriums. In persönlichen “Befreiungsgeschichten”  erzählte sie vom Pilgern von Großarl nach Maria Luschari, was hiermit in Bewegung kam und dem sich ganz und gar frei Fühlen, der freien Entscheidung ihrer Arbeitssituation und der ihr wichtiger werdenden gendergerechten Sprache, damit Frauen sichtbar und hörbar werden.

Klaus Salzmann stimmte uns mit der Aussage “Als Gott den Mann schuf, übte sie nur” ein. In Bezug auf den “befreiten Mann” verwies er auf ein dialogisches Miteinander in der Frauen- und Männerpolitik in der Erreichung von gleichberechtigten Strukturen. Es braucht ein gutes Hinspüren und Hinschauen auf sich selbst. Dieser Weg beinhaltet sowohl Kontemplation als auch Konfrontation mit den Alltagsrealitäten und führt darin zu Gott. Schwachheit haben bei einer befreiten Männlichkeit genauso ihren Platz wie das Zulassen von Gefühlen.

Gemeinsam stellten wir fest, dass eine innere Befreiung  in der Stille spürbar wird, in einem schweigendem DA sein vor Gott. Der Befreiungsweg soll eingebettet sein in einer Orientierung an Gott und Jesus. Es braucht aber auch ein Selbst-bewusst-sein, ein sich Annehmen als Frau und als Mann in den verschiedenen Lebenslagen, wo Entwicklung stattfindet. Befreiung fordert  das Aufschreien bei ungerechten Strukturen genau so wie eine achtsame Sprache und ein Leben der eigenen Bestimmung als Frau und Mann. Das Lied “Du bist du” von Jürgen Werth verstärkte dies. und leitete über in einen gemütlichen Ausklang, wo  noch so einiges über befreite Frau und befreiten Mann im Nachklang zur Sprache kam.

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