FASTENWEG IN DER FAMILIE

Fastenzeit ist ein Angebot, 40 Tage lang anders zu leben, sich auch als Familie auf den Weg zu machen und Veränderungen auszuprobieren.

Fasten bedeutet „Festmachen“ und zielt ab auf „Sich festmachen in Gott“. Die Fastenzeit bietet Gelegenheit zu fragen, wo man sein Leben verankert hat, wo man es aus eingefahrenen Bahnen lösen möchte. Um sich (wieder) in Gott festzumachen, braucht es ein waches Herz und wache Sinne. So kann die Fastenzeit ein Fest für die Sinne werden, geprägt von neuen Erfahrungen. Eine Zeit, in der Verzicht notwendig ist, nicht um sich selber und andere zu quälen, sondern um etwas zu gewinnen, das man als neuen Wert erkennt. Was es zu gewinnen gibt? Bewusst gestaltete Zeit, Loslösung von ungesunden Lebensweisen, Tuchfühlung mit sich selber und Intensivierung der Beziehung zu Gott.

Unser Fastenweg rückt jede Woche wegweisende Impulse ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Jede Woche gibt es neue Anregungen.

PDF Vorlage zu “Wegweiser durch die Fastenzeit”

Diesen Text als PDF zum Ausdrucken “Fastenweg in der Familie”

Fastenzeit – Der neuen Zeit Raum geben
Material: Rucksack mit Puppenküchentopf, Herz, altes Handy, Steine, Sparschwein, Krone, Wein, Kreuz, Sonne und Osterkerze; kleine Zettel, für jedes Familienmitglied 2 Fußstapfen (siehe PDF Datei), lila Tuch, Teelicht, Bibel, Wortkärtchen „Aschermittwoch“, „1. Woche“, „2. Woche“, „3. Woche“, „4. Woche“, „5. Woche“, „Karwoche“, „Ostern“,

Fastenweg herrichten: Schaffen Sie Platz für den „Fastenweg“ frei. Dekorieren Sie diese mit einem lila Tuch. Symbolisieren Sie den Übergang von der Faschings- in die Fastenzeit mit Luftschlangen und Palmkätzchen und legen Sie an eine Seite od. Ecke des Tuches ein Wortkärtchen mit dem Wort „Aschermittwoch“ als Zeichen, dass mit diesem Tag die Fastenzeit begonnen hat. Die weiteren Wortkärtchen legen Sie als Weg auf das Tuch. Jede Woche wird zu den Wortkärtchen das jeweilige Symbol dazugestellt.
Ablauf: Halten Sie für jeden einen „Fußstapfen“ (siehe PDF Datei) bereit und erklären Sie, dass Sie sich nun als Familie auf den Weg durch die Fastenzeit machen. Für jede Woche ist eine Station eingeplant.
In einem Rucksack steckt für jede Station des Weges ein Symbol: 1. Woche: Puppenküchenkochtopf; 2. Woche: Herz; 3. Woche: altes Handy oder Spielzeugtelefon; 4. Woche: Steine; 5. Woche: Sparschwein; Karwoche: Krone, Wein, Kreuz; Ostern: Sonne und Osterkerze. Jedes Familienmitglied darf einmal den Rucksack auspacken und das richtige Symbol auf den Weg stellen. Im Laufe der Wochen werden sich darum weitere Beiträge sammeln.

Jedes Familienmitglied legt seinen Fußabdruck ganz bewusst an den Beginn des gemeinsamen Weges, jede Woche wandern die Fußstapfen weiter zur nächsten Station. Bitten Sie mit einem kurzen Gebet um Begleitung auf Ihrem Weg durch die Fastenzeit.

Vereinbaren Sie eine Zeit, wann Sie gemeinsam in die erste Fastenwoche starten wollen, z. B. am Samstag- oder Sonntagnachmittag.

1. Woche – Körper und Geist gesund halten

Gebet: Ein Familienmitglied zündet ein Teelicht an und stellt es zum „Aschermittwochkärtchen“.
Herr, unser Gott, du schenkst uns die Fastenzeit als eine Zeit der Besinnung und Umkehr. Wir bitten dich: Hilf uns in der Unruhe des Alltags gemeinsame Zeiten in der Familien zu finden. Amen.

Legen Sie die „Fußstapfen“ zum Wortkärtchen „Aschermittwoch“ und jedes Familienmitglied wandert mit seinen Füßen nun bewusst weiter zur 1. Woche, das Teelicht ebenfalls.
Gespräch: Der Kochtopf wird aus dem Rucksack ausgepackt. Der Kochtopf steht für das, was uns ernährt und gesund erhält. In der Fastenzeit ist Gelegenheit zu checken, wie achtsam ich mit mir selber umgehe. Jeder überdenkt den gestrigen Tag: Was habe ich gegessen und getrunken, was genascht? Habe ich mich ausreichend bewegt? War ich an der frischen Luft? Was habe ich sonst gemacht? Habe ich genug Schlaf bekommen? Weiters gilt es zu fragen:

  • Was hat mir davon gut getan? Was hat mir richtig Spaß gemacht?
  • Was hat weniger gut getan? Wovon hatte ich zu viel? Gibt es Dinge, die ich gerne verändern würde?

Aktivitäten für die kommende Woche:

Mahlzeiten:

  • Beschließen Sie gemeinsam, was Sie für die kommenden Wochen vom Speiseplan streichen und stattdessen ausprobieren wollen. Bleiben Sie dabei realistisch und achten Sie auf Vorlieben und Abneigungen.
  • Kochen Sie gemeinsam Gemüsesuppe, mixen Sie köstliche Aufstriche für Jausenbrote.
  • Denken Sie sich lustige Namen für neue Kreationen aus, sammeln Sie bewährte Rezepte im Familienkochbuch.
  • Danken Sie bei jeder Mahlzeit für die gemeinsame Zeit und das Essen.
  • Machen Sie einen Tag pro Woche zum „Einfach-leben-Tag“.

Weniger ist mehr: Beraten Sie, was Sie in dieser besonderen Zeit lassen wollen und wie sie diese stattdessen gestalten wollen, z. B.:

  • einen Abend pro Woche zum Familien-Spiele-Abend erklären;
  • den Fernseher (zeitweise oder ganz?) im Kasten verschwinden lassen, stattdessen andere Pläne verwirklichen, wie z. B. einen Vorleseabend;
  • einen gemeinsamen Spaziergang machen; vielleicht gibt es in Ihrer Umgebung einen Kreuzweg in der Natur;
  • entmisten und damit neuen Raum schaffen in der Wohnung.

Die Vorschläge auf kleinen Zetteln im Kochtopf sammeln und auf das lila Tuch stellen. Immer wieder schauen, was von den Ideen schon verwirklicht wurde und was noch darauf warten.

Sonntagsevangelium: Lukas 4,1-13

Erfüllt vom Heiligen Geist, verließ Jesus die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger. Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot. Da führte ihn der Teufel (auf einen Berg) hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde. Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören. Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten; und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.

Abschluss: Vater unser und Kreuzzeichen.

(aus: Zeitschrift Stadt Gottes Februar 2012, Seite 38 u. 39)