Familienandacht für Aschermittwoch

Hier auch als PDF zum Ausdrucken – Aschermittwoch-gemeinsam-feiern.

Vorbereitung

Du benötigst eine Kerze, die euch durch die Fastenzeit begleitet – ihr könnt sie auch gemeinsam mit Blattwachs verzieren, ein kleines, feuerfestes Gefäß / Streichhölzer / die getrockneten Palmzweige des vergangenen Jahres oder trockene kleine Zweige mit Blättern oder vorab etwas Asche vorbereiten. Blumenerde / Weizenkörner / kleine Blumentöpfchen oder -schalen; ggf. aus (verschiedenfarbigen) A4- und A5-Blättern ausgeschnittene Herzen. Die Liedtexte findet ihr ganz unten.

Ablauf

Anfangsritual und Gespräch:

Zu Beginn zündet ihr eure „Fastenkerze“ an. Danach führt ein Gespräch über die Faschingstage: Was so alles erlebt und gemacht wurde, wie müde man vielleicht ist …

Überleitung:

»Der Fasching ist vorbei. Die Kostüme werden bis zum nächsten Jahr nicht mehr gebraucht. Vor uns liegt die Fastenzeit.«

Lied

»Wo Menschen sich vergessen« (singen oder jeder liest eine Strophe und gemeinsam wird der Refrain gelesen.)

Zeichenhandlung:

Palmzweige werden ausgeteilt dann erklärt einer dazu: »Wir nehmen die (Palm-)Zweige in die Hände. (Das sind die Palmzweige, die wir/einige von uns im letzten Jahr am Palmsonntag aus der Kirche mitgebracht hatten. Vielleicht haben sie in der
Wohnung einen besonderen Platz gehabt?) Schaut euch die Zweige genau an: Wie sehen sie aus, wie fühlen sie sich an?«

Lasst euch Zeit zum Austausch und tragt die Beobachtungen zusammen: Die Zweige sind alt, verstaubt, trocken, sie zerbröseln leicht. Ihr könnt auch darüber sprechen,
wie Zeichen von Jubel und Freude mit der Zeit vergehen. Wenn die Aspekte nicht schon genannt wurden, kann jemand zusammenfassend vertiefen:

»Die Zweige sehen nicht mehr schön aus, sie wirken, als wären sie zu nichts mehr nütze. Aber diese Zweige können uns etwas erzählen: Gott kann aus allem Gutes machen, er kann selbst aus Vertrocknetem und Totem Neuanfänge möglich machen. Das können wir in den kommenden Wochen miterleben.«

Asche:

Nun verbrennt die Zweige, wegen der Rauchentwicklung sucht euch dazu einen geschützten Platz im Freien. Die Asche kann betrachtet und befühlt werden. Dann kann einer von der Familie erzählen, dass solche Asche am Aschermittwoch in der Kirche vom Priester mit Weihwasser besprengt wird und er dann den Menschen ein Kreuz auf die Stirn zeichnet mit den Worten:
»Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurück kehrst.« oder „Kehre um und glaube an das Evangelium.“
Dann erklärt ein Erwachsener weiter:
»Asche ist wie Staub und Erde. Sie erinnert an Vergänglichkeit und Tod, und an die Geschichte, wie Gott den Menschen aus Erde gemacht hat. Außerdem ist Asche etwas Fruchtbares. Vermischt mit Erde gibt es einen guten Dünger für Pflanzen.«

Fruchtbar werden:

Zur Vertiefung könnt ihr die Asche unter die Blumenerde mischen und diese Erde in kleine Blumentöpfe füllen. Anschließend werden Weizenkörner eingesät. Im Freien oder an einem kühlen Ort aufgestellt, wächst daraus bis zum Osterfest »Ostergras«.

»In diesen Schalen und aus dieser Erde wächst nun in der Fastenzeit, wenn wir gut darauf Acht geben und genug gießen, das Grün für unsere Osternester.«

Mit größeren Kindern kann man auch überlegen, was wir tun könnten, um selber etwas Neues in sich wachsen zu lassen, das auch gut für andere sein könnte.

Lied:

»Wer leben will wie Gott auf dieser Erde« (singen od. vorlesen)

Seine Fähigkeiten nutzen:

Umkehr bedeutet auch, sich selbst mit seinen Stärken und Fähigkeiten, seinen Schwächen und Grenzen besser anzunehmen.
Die Familie überlegt, wie sie noch ermutigender miteinander umgehen können, so dass sie sich wertvoll erleben. Ergänzend oder alternativ könntet ihr auch den Blick auf eure Fähigkeiten lenken.

Herz:

Nach einer Einführung verteilt die ausgeschnittenen Herzen.
Alle werden eingeladen, mit einem Stichwort oder mit einer Zeichnung das aufzuschreiben oder zu malen, was die Einzelnen selbst gut können – ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten. Auf einem Herzen wird nur ein Stichwort oder eine Zeichnung festgehalten.
Die Herzen werden gleich in die Mitte gelegt und – ohne miteinander darüber zu sprechen – gelesen bzw. betrachtet.

Abschluss:

Wenn keine Herzen mehr in die Mitte gelegt werden, beschreibt jemand kurz, was ihn beim Betrachten der Herzen bewegt. Andere können ergänzen und kurz erzählen, wie es ihnen beim »Suchen« ihrer Stärken ergangen ist.
Am Schluss fasst jemand die Gedanken in einem Gebet zusammen:

Guter Gott,
wir danken dir für die vielen Fähigkeiten und Stärken,
die jede und jeder von uns hat.
Wir bitten dich, hilf uns, sie gut für uns selbst, für die Familie und
für andere zu nutzen und hilf uns auch,
ermutigend miteinander umzugehen.
Segne du uns und unsere Familiengemeinschaften. Amen.

Kindermutmachlied:
»Wenn einer sagt, ich mag dich du« singen oder lesen.

Anregung:

Macht euch gemeinsam auf den Weg zur Kirche, um das Aschenkreuz zu empfangen. (Vorher bitte in der Pfarre erkundigen, wann der Aschermittwochs-gottesdienst gefeiert wird!)
Haben Sie, als Eltern, keine Scheu, den Kindern während des
Gottesdienstes unter Umständen kurz zu sagen, was gerade
»passiert«. Machen Sie sie aber auch auf die Bedürfnisse anderer aufmerksam, z.B.: »Wir sind jetzt alle ganz still, damit die Menschen gut beten können.«

(aus: www.familien-feiern-kirchenjahr.at – ein Projekt der kath. Kirche Vorarlberg 2004-2005)

Liedtexte:

Wo Menschen sich vergessen
Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen
und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken
und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden
und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Text: Thomas Laubach
Melodie: Christoph Lehmann

Wer leben will wie Gott
Wer leben will wie Gott auf dieser Erde, wer leben will wie Gott auf dieser Erde, muß sterben wie ein Weizenkorn, muß sterben, um zu leben, muß sterben, um zu leben.

Er geht den Weg, den alle Dinge gehen. Er geht den Weg, den alle Dinge gehen, er trägt das Los, er geht den Weg, er geht ihn bis zum Ende. Er geht ihn bis zum Ende.

Der Sonne und dem Regen preisgegeben, der Sonne und dem Regen preisgegeben, das kleinste Korn in Sturm und Wind muß sterben, um zu leben, muß sterben, um zu leben.

Die Menschen müssen füreinander sterben. Die Menschen müssen füreinander sterben. Das kleinste Korn, es wird zum Brot, und einer nährt den andern. Und einer nährt den andern.

Den gleichen Weg ist unser Gott gegangen. Den gleichen Weg ist unser Gott gegangen, und so ist er für dich und mich das Leben selbst geworden, das Leben selbst geworden.

Kindermutmachlied
Wenn einer sagt: “Ich mag dich du, ich find dich ehrlich gut!” Dann krieg ich eine Gänsehaut und auch ein bißchen Mut.

Wenn einer sagt:”Ich brauch`dich du; ich schaff es nicht alleine.” Dann kribbelt es in meinem Bauch, ich fühl mich nicht mehr klein.

Wenn einer sagt:”Komm geh mit mir; zusammen sind wir was!”
Dann werd`ich rot, weil ich mich freu`,dann macht das Leben Spaß.
*
Gott sagt zu dir:” Ich hab dich lieb. Ich wär`so gern dein Freund! Und das, was du allein nicht schaffst, das schaffen wir vereint.”