Gaudete – Freude „Sterne weisen den Weg“

Material:  Adventkranz, ein Stern von unserem Christbaumschmuck, eine Kerze

Einstimmung:

Wir stellen den Adventkranz in die Mitte.
Wir entzünden die 1., 2. u. 3. Kerze an unserem Adventkranz

(Traditionell hat die 3. Kerze am Adventkranz eine andere od. hellere Farbe, da die Vorfreude auf die Geburt von Jesus schon sehr groß ist. In den Schriftlesungen beim Gottesdienst am 3. Adventsonntag heißt es deswegen „Juble Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! (Zef 3,14-17)“ und „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! (Phil 4,4-7)“) und singen dazu das Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent“
(oder sprechen gemeinsam den Text)

Wir sagen euch an den lieben Adventstern
Sehet, die erste Kerze brennt!
Wir sagen euch an eine heilige Zeit.
Machet dem Herrn den Weg bereit!
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.
Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die zweite Kerze brennt.
So nehmet euch eins um das andere an,
wie auch der Herr an uns getan!
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.
Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet die dritte Kerze brennt!
Nun trag eurer Güte hellen Schein
Weit in die dunkle Welt hinein.
|: Freut euch ihr Christen,
Freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.:|

Einleitung:

Sterne lenken seit Beginn der Welt die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Niemand kann sich ihrer Faszination entziehen. Im Laufe der Zeit haben die Menschen gelernt, die Botschaft der Sterne zu lesen. In dieser 3. Adventwoche wollen wir unseren Blick schärfen für die Sterne und ihre Botschaft an uns. Das ist auch eine Einladung an uns, dass wir uns an einem sternklaren Abend ins Freie begeben und miteinander den Sternenhimmel betrachten. Vielleicht entdecken wir ihn ja in diesen Tagen: Unseren persönlichen Weihnachtsstern, der uns den Weg zur Krippe weist.

Impuls:

Wir nehmen den Stern von unserem Christbaumschmuck und legen ihn zum Adventkranz.

  • Welche Erinnerungen werden in uns wach, wenn wir diesen Stern sehen?
  • Was verbindet unsere Erinnerungen?
  • Welche Botschaft erzählt der Stern?
  • Was strahlt der Stern für uns aus?

 

Geschichte vorlesen: Der kleine Stern – eine Adventgeschichte

Vor langer, langer Zeit, schuf Gott die Erde und viele Millionen andere Sterne. Und irgendwo, mitten im Weltall, wurde ein kleiner Stern geboren. Er reckte und streckte sich und in seinem Inneren wurde es sehr warm und langsam entstand das Licht, das er nach außen sandte. Damit grüßte er die Sterne, die weit, weit weg mit ihm entstanden waren. So lebte der Stern eine lange Zeit, mit den anderen Sternen nur durch das Licht verbunden.

Nach ein paar Milliarden Jahren, die für einen Stern vielleicht nicht viel länger sind als für uns ein oder zwei Jahre, wurde ihm langweilig. Er spürte immer mehr seine Einsamkeit. Da weinte der Stern zum ersten Mal und machte sich auf um einen Freund zu finden. Zuerst traf einen großen Stern. “Hallo, magst du dich mit mir unterhalten?” Der große Stern antwortete nicht einmal, drehte sich einfach weg und sandte als Zeichen seiner Ablehnung einen langen Lichtschweif hinein in die Dunkelheit.

Traurig reiste der Stern weiter und traf auf seiner Reise viele Sterne. Alle keiner wollte etwas mit ihm zu tun haben. Eines Tages, als er die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, fand er einen Stern, der Lust hatte, mit ihm zu reden. Sein Licht hatte eine warme und freundliche Farbe und er war umgeben von einer ganzen Gruppe von Planeten. Es war unsere Sonne.

“Was suchst du, mein Freund?” fragte die Sonne. “Ich weiß es nicht so genau” sagte der kleine Stern, “den Sinn meines Seins vielleicht und Gesellschaft! Ich war so einsam, da draußen in dem dunklen All!”

“Ja” sagte die Sonne „Auch Sterne brauchen andere Wesen, für die sie da sein können.” Und dann erzählte die Sonne, dass auf einem ihrer Planeten Leben gewachsen war, in den Jahrmillionen, die gerade vergangen waren.

“Weißt du” sagte sie, “Gott hat auf diesem Planeten alle Bedingungen geschaffen, damit dort Leben entstehen konnte. Und ich schicke mein Licht auf die Erde, damit die kleinen Wesen gute Bedingungen haben, um sich zu entfalten. Ich bin Gott ehrlich dankbar dafür, dass ich diese Aufgabe habe. Ich habe durch diese kleinen Wesen einen besonderen Sinn bekommen.” Der kleine Stern war begeistert und suchte sich einen Platz in der Nähe der Sonne. Gemeinsam schauten die beiden zu, wie sich die Menschen entwickelten. Sie waren sich einig, dass diese Wesen etwas von der Liebe und Weisheit Gottes in sich trugen: sie hatten ein Herz, konnten fühlen, sich lieben, einander freundlich begegnen und denken.

Und manche achteten sehr auf das, was Gott, der Schöpfer alles Lebens, ihnen sagten. Einige wenige, hörten genau hin und konnten Gottes Botschaft den Menschen weitersagen. Einer von ihnen war der Prophet Bileam. Und was er sagte, ließ den kleinen Stern ganz aufgeregt werden: „Ich sehe einen, noch ist er nicht da; ganz fern erblick ich ihn, er kommt bestimmt! Ein Stern geht auf im Volk der Jakobssöhne, ein König steigt empor in Israel. (Num 24)

“Hast Du das gehört?” sagte der Stern zur Sonne. “Ja” sprach sie. “Er meint wohl, dass Gottes Sohn unter den Menschen geboren werden soll.” Es dauerte eine Weile, für die Menschen viele hundert Jahre, für den Stern einige Augenblicke, bis sich die Zeichen verdichteten. Dann war es schließlich soweit: der Gottessohn, ein Mensch wie ein Stern, sollte geboren werden.

Der Stern kam näher an die Erde heran, um besser sehen zu können. Und auf der Erde bemerkten drei Sterndeuter, dass der kleine Stern am Himmel intensiver leuchtete. Und sie deuteten es richtig: der Gottessohn, ein besonderer Mensch würde geboren werden. Sie machten sich auf den Weg und folgten der Spur, die der Stern ihnen zeigte. Auch sie hatten etwas von den Sternen in sich, offene Herzen und die Fähigkeit, mit Gottes Gegenwart in der Welt zu rechnen. Und so kamen die Sterndeuter zum Sohn Gottes.
Gefunden haben sie ihn nur, weil sie – wie unser Stern – gesucht haben, sich nicht zufrieden gegeben haben, mit dem Platz an dem sie waren. Wie der kleine Stern haben sie den Sinn ihres Lebens gesucht und ihn in dem Kind gefunden: ein Mensch wie ein Stern, der den Menschen, ja selbst den Sternen, den Sinn des Lebens gezeigt hat: mit offenem Herzen Gott suchen und mit Gottes Gegenwart in unserer Welt – ja selbst im All – rechnen.

Als der kleine Stern das Kind sah, wurde ihm ganz warm und er beschloss, die Menschen weiterhin zu begleiten. So wandert er bis heute mit uns durch die Zeit, leuchtend am Himmel und wer ihn sucht, der trägt etwas von dem, was ihn bewegt in seinem Herzen: die Liebe und die Sehnsucht, dass Gott uns den Weg zu unserem Nächsten zeigt.
(aus: www.evlka.de/extern/osnabrueck/gemeinden/…/dezjan05.htm)

Wir versuchen die Geschichte gemeinsam nachzuerzählen:Von wem handelt die Geschichte?

  • Wem begegnet der kleine Stern?
  • Was fragt die Sonne den kleinen Stern und was ist seine Antwort?
  • Was erzählt die Sonne den kleinen Stern?
  • Welche Botschaft Gottes konnten die Menschen weitersagen, weil sie genau hinhörten?
  • Warum haben die Sterndeuter den Weg zum Jesuskind gefunden?
  • Was beschloss der kleine Stern am Ende der Geschichte?
  • Was kann mir/uns diese Geschichte sagen?

Zeichenhandlung:

Wir öffnen unser Herz einem Wort aus dem Alten Testament. Im Buch Jesaja ist es uns überliefert:
„Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes 60,1-3)
Wort Gottes an uns heute! Alle: Dank sei Gott!
Ein Familienmitglied zündet eine Kerze an der 3. Adventkranzkerze an und lässt sein Licht in der Runde wandern. Dazu sagen wir: Von mir zu dir soll das Licht wandern. Bei wem die Kerze nach dem Spruch stehen bleibt, kann einen Dank od. eine Bitte an Gott sagen, damit es in unserer Zeit licht wird (vgl. Schrifttext oben), dann wird die Kerze mit dem Spruch „Von mir zu dir soll das Licht wandern“ wieder weitergegeben bis jedes Familienmitglied einen Dank oder eine Bitte an Gott sagen konnte.

Abschluss:

Gebet: Vater unser u. Gegrüßet seist du Maria, evt. ein Adventlied, Kreuzzeichen

(aus Unser Weg durch die Adventszeit 2000, Katholische Landvolkbewegung Bayern)